Viele haben dort schon ein Buch oder ähnliches gekauft. Einige schauen zu aller erst dort nach, wenn sie was kaufen wollen und manche sind sogar Premium-Mitglied bei dem freiheitsberaubenden, staatsnahen und zensurfreudigen Big Business genannt Amazon. Dabei gibt es einige sehr gute Gründe, dort nicht zu kaufen.

Richard Stallman hat in seinen „Reasons not to buy from Amazon” (dt.: Gründe, nicht bei Amazon zu kaufen) einige wichtige Punkte zusammengefasst, nicht bei einer der größten und „kundenfreundlichsten” Online-Shops zu kaufen. Zudem sollte man nicht auf Amazon als Referenz verlinken oder gar an deren Partnerprogramm teilnehmen. Warum? Das erfährst Du hier.

1. Amazon veröffentlicht Bücher, um Deine Freiheit zu berauben

Amazon verlangt, dass Du Dich identifizieren musst, wenn Du ein gedrucktes Buch oder ein E-Book kaufen möchtest. E-Books können zudem nicht einfach verliehen oder weiterverkauft werden. Laut Lizenz, die jeder Käufer vorher akzeptieren muss, ist der Käufer in vielen Ländern nicht Eigentümer des Buchs. Amazon kann jedes E-Book mit Hilfe einer Hintertür aus der Ferne löschen. Im Jahre 2009 wurde diese Hintertür verwendet, um Tausende Kopien von George Orwells 1984 zu löschen. So einfach funktioniert Zensur.

Quelle: Die Gefahr von elektronischen Büchern

2. Amazon löscht Kindle-Accounts mit gesamter Bibliothek

Als Nutzer des Amazon E-Book-Reader Kindle hast Du keine Rechte. Ohne Erklärungen löscht Amazon Accounts mit ganzen Bibliotheken. Rückerstattungen oder Erklärungen bedarf es keine. Aus der Ferne ist die Löschung eines jeden Accounts kein Problem für den mit deutschen Steuergeldern finanzierten T-Rex aller Online-Shops.

3. Amazon bietet Dir MP3s Deiner gekauften CDs an

Übersetzt: Nachdem Amazon jetzt seinen Kunden die MP3s für die CDs anbietet, die sie seit 1998 (bei Amazon) gekauft haben, werden sie das auch mit Büchern machen?

Diese Verhalten untergräbt das Recht eigene CDs zu rippen, sprich: MP3-Versionen daraus zu erstellen, und kommt eine Bevormundung gleich. Die Lizenzbestimmungen von Amazons Service AutoRip räumen ein, die angebotenen MP3s mit Wasserzeichen zu versehen, um sie im Netz verfolgen zu können, im Falle einer Weitergabe. Sowas nennt man Überwachung.

Quelle: Amazon's AutoRip: a great service – with strings attached

4. Amazon verbietet seine Dienstleistungen WikiLeaks

Amazon hat alle seine Dienstleistungen gegenüber WikiLeaks willkürlich eingestellt mit der Begründung, dass Whistleblowing gegen ihre Nutzungsbestimmungen verstöße. Dabei war es nicht einmal nötig vor Gericht zu gehen, denn wer einen Server bei Amazon mietet, der besitzt keine (!) Rechte. WikiLeaks musste danach kämpfen, um weiterhin den Domainnamen zu behalten. Ein Kampf des Big Business gegen WikiLeaks ohne Recht und Gesetz.

5. Amazon zensiert E-Books

Amazon hat z. B. das Buch von Thomas Hertog „The Day the Kindle Died” zensiert, indem der Autor beschreibt, wie die E-Book-Bestseller-Listen, und damit der Verkaufsrang, manipuliert werden können. Der Autor konnte damit belegen, dass die Bestseller-Liste bedeutungslos ist. Das Buch wurde einfach herausgenommen. theguardian berichtete darüber ausführlich.

6. Amazon drückt kleine Verlage

Amazon hat z. B. einem kleinen, unabhängigen Verlag den Verkauf eines Buches verweigert, um eine höhere Auflage zu erzwingen. Das ganze endete damit, dass die E-Book-Version auf einer anderen Plattform verkauft wird, die in ähnlicher Weise die Rechte des Lesers beschneidet.

Durch die staatlich erzwungene Buchpreisbindung fällt Amazon ein weiteres Werkzeug zu, die Gewinne der Verlage zu drücken. Amazons Vorherschaft als Verkaufsplattform ist für viele Verlage lebensnotwendig. Ist der Preis eines Buches z. B. auf 30,- EUR festgelegt, dann ist es für den Leser egal, wo er das Buch kauft, man bezahlt überall das Gleiche. Amazon kann aber mehr Gewinn verlangen als andere Plattformen, weil dort mehr verkauft werden. Die Buchpreisbindung erzwingt folgende Wettbewerbsverzerrung: Angenommen, Amazon verlangt von dem Buchpreis 50 % Gewinn, also 15,- EUR, dann bleibt der Verkaufspreis weiterhin bei 30,- EUR. Eine andere Buchhandlung, die weniger Gewinn in Aussicht veranschlüge, sagen wir 10,- EUR, könnte das Buch allerdings für 25,- EUR Verkaufspreis anbieten. Dieses Angebot ist dank Buchpreisbindung nicht möglich. Ein gutes Bespielt, wie Big Business und Big Government zusammenspielen.

7. Amazons Arbeitsbedingungen sind zweifelhaft

Eine Reportage der ARD deckte auf, was sich hinter der Fassade von Amazon.de verbirgt und wer dafür bezahlt, dass die Artikel dort so günstig zu haben sind. „Hartz IV, obwohl ein Arbeiter das Gleiche macht wie die Stammbelegschaft? Der Film geht diesem Phänomen auf den Grund und zeigt, wie Billiglöhner reguläre Arbeitsplätze ersetzen – teils für weniger als die Hälfte des üblichen Tariflohns”. Man rechne jetzt bitte noch die 14 Mio EUR Steuergelder hinzu.

8. Amazon konkurriert nicht mit unabhängigen Buchhandlungen

Auf arrogante Weise versucht Amazon sogar unabhängige Buchhandlungen zu zerstören. Durch die Preich-Check App kann der potentielle Kunde in eine Buchhandlung gehen und den Barcode eines Artikels scannen, um zu sehen, ob er online bei Amazon einen günstigeren Preis bekommt. Außer bei Büchern, wegen der Buchpreisbindung, wird das in fast allen Fällen so sein, dass es ein günstigeren Preis gibt. Kauft der Kunde nach Vergleich über Amazon, verdient dieser sogar daran. Wenn alle bei Amazon kaufen, verlieren Freunde ihre Arbeit. Ein Grund, warum Buchhandlungen zum Boykott gegen Amazon aufrufen. Der Preis kann im freien Markt durch sich selbst bestimmt werden. Doch solch unlautere Methoden von Amazon sind zu bekämpfen.

9. Amazon war Mitglied der ALEC-Gruppe

Im Mai 2012 verlies Amazon die ALEC-Gruppe auf Druck der Öffentlichkeit. Obwohl die ALEC-Gruppe vorgibt, für die Arbeiter einzutreten, so tut sie doch das Gegenteil, indem sie versucht Löhne zu drücken, Krankentage zu verkürzen, Gewerkschaften zu zerschlagen und mit Zwangsarbeit in privaten Gefängnissen zu drohen. Obwohl Amazon ausgetreten ist, kann man sich sicher sein, dass es weiterhin diese Ziele verfolgt.

10. Amazon Alternativen

Der beste Kauf ist in einem lokalen Geschäft, bezahlt mit Bargeld. Doch online kaufen ist bequem. Es gibt zahlreiche Alternativen zu Amazon im Netz. Ein gutes Kaufverhalten ist, man kauft nicht immer im gleichen Shop ein. Dennoch, wer Amazon gewöhnt ist, kann dort vielleicht weiterhin nachschauen, um dann, wenn man sich für den Kauf eines Produktes entschieden hat, woanders zu kaufen. Somit geht Amazons Umsatz zurück und man unterstützt nicht mehr aktiv Überwachung und Zensur.

Fazit

Man muss nicht bei Amazon kaufen. Mit jedem Kauf werden Überwachung und Zensur bestärkt. Wer dort kauft willigt der individuellen Einschränkung massiv ein. Als Alternative bleibt der Kauf in anderen Shops. Klar, Amazons Herrschaft kommt durch die Zusammenarbeit von Big Government und Big Business und die Buchpreisbindung verhalf/verhilft dem Konzern zu seiner Vormachtstellung. Amazons Partnerprogramme und Einkauf-Apps sollten gemieden werden. Links zu Amazon sind ein No-Go.

Weitere Quellen: